Was ist eigentlich BIO? Ein Einblick in die EU-Verordnung

So viele Leute reden von BIO, man könnte meinen, es ist soviel gesünder als sonstige Lebensmittel, die nicht als BIO gekennzeichnet sind. In diesem ersten Teil möchte ich einige Punkte aus der EU-Verordnung für BIO aufzeigen.

In Teil 2 möchte ich euch dann einige Vergleiche zwischen BIO und nicht BIO zeigen. Darunter auch durch Angaben der Inhaltsstoffe.

Legen wir los!

Nach der „VERORDNUNG (EG) Nr. 834/2007 DES RATES vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91“ habe ich hier einige Punkte zusammen gefasst und vereinfacht formuliert.

Ziel der BIO-Produkte bzw. der dahinterliegenden Produktion ist es:

  • Nachhaltig zu wirtschaften.
  • Gleichgewicht und Gesundheit von Natur, Wasser, Pflanzen und Tieren zu achten und zu respektieren.
  • Verantwortngsvolle Nutzung von natürlichen Ressourcen wie Luft, Wasser, Boden und Energie.
  • Hohe Tierschutzstandards.
  • Produkte mit hoher Qualität (1)

Klingt ja alles ganz toll soweit.

Grundsätze:

  • Verzicht auf Gentechnik, ausgenommen Arzneimittel.
  • Verwendung von „Chemie“ stark beschränkt.
  • Zur Erstellung von BIO-Produkten müssen ebenfalls Bio-Ressourcen verwendet werden, außer die benötigten Ressourcen sind nicht als Bio-Ressource verfügbar.
  • Beschränkte Zugabe von Lebensmittelzusatzstoffen mit technischen oder geschmacklichen Funktionen, die nicht bio sind. BIO-Lebensmittelzusatzstoffe sind hier aber nicht beschränkt.
  • Verarbeitung vorzugsweise mit biologischen-, physikalischen- oder mechanischen Methoden.
  • Tiere müssen immer Zugang zu Freigelände haben. (Wenn Wetterbedingungen und Bodenzustand es erlauben.)
  • Tierbestand eingeschränkt, damit das Zertrampeln bzw. die Beschädigung des Bodens verringert wird.
  • Ein Leiden der Tiere durch Transporte ist über die gesamte Lebensdauer so gering wie möglich zu halten.
  • Verwendung von Wachstumsförderern ist untersagt.

Kontrollen:

  • Je nach Risiko, Auffallen bzw. Häufigkeit der Verstöße wird von der Behörde die Kontrollhäufigkeit und Kontrollart bestimmt.
  • Die Behörde kann die Kontrolle einer anderen Kontrollbehörde übertragen. Wobei diese ihre Objektivität und Sachkompetenz garantieren muss/kann.
  • Jeder Unternehmer, der BIO-Produkte herstellt muss die BIO-Bescheinigung seiner Lieferanten kontrollieren.

Kritik:

Man könnte nun sagen, dass durch dieses „wenn und aber“ sowieso überall ein Schlupfloch ist, damit innerhalb der BIO-Verordnung getrickst werden kann. Klar, aber die schon fast kriminelle Energie, die hier aufgebracht werden muss, um die Regulierung zu umgehen, scheinen doch sehr hoch zu sein.

Vorteile von BIO?

Schenkt man dem BIO-Label nun vertrauen, kann man davon ausgehen, dass:

  • Tiere und Pflanzen besser behandelt werden.
  • Weniger chemische Zusatzstoffe in Lebensmitteln enthalten sind.
  •  Der Einsatz von Antibiotika strenger reguliert ist.

(1) Qualität wurde in dieser Verordnung nicht genau definiert. Man spricht in der Regel von den Eigenschaften eines Produkts, wie beispielsweise der Gehalt eines Nährstoffes, des Geschmacks, der Konsistenz usw.


Ich möchte nochmals betonen, dass es sich hierbei nur um einen Auszug der Verordnung handelt. Es lohnt sich also, wenn Interesse in BIO-Produkten besteht, sich die Verordnung oder betreffende Stellen anzuschauen.

Kauft Ihr BIO? Wenn ja oder nein, warum? Eure Kommentare würden mich interessieren!

Icons made by Freepik from www.flaticon.com is licensed by CC 3.0 BY

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.